Eine Warnanlage wir an einem Rettungswagen angebracht.




Ambulanzfahrzeuge aus Wietmarschen.
Retter auf vier Rädern.

Kein Produkt von der Stange.

Erst sehen Sie Blaulichter, dann hören Sie das Martinshorn und plötzlich fährt ein Rettungswagen an Ihnen vorbei. Sie bekommen ein mulmiges Gefühl, denn Sie wissen: In diesem Wagen geht es um Leben und Tod. Doch wissen Sie, wie ein solcher Wagen gebaut wird?

Im niedersächsischen Wietmarschen werden seit über 25 Jahren die Lebensretter auf vier Rädern hergestellt. Andreas Ploeger, Geschäftsführer der WAS (Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug GmbH), erklärt: "Unsere Wagen sind kein Produkt von der Stange. Bevor wir einen Rettungswagen bauen, besprechen wir mit dem Kunden genau, was er braucht." Insofern bestimmt die Vielfalt der Kundenwünsche die Vielfalt der Produkte von WAS. Und mit jedem Auftrag beginnt eine interessante Entwicklungsgeschichte.

Umbauten aus Wietmarschen.

WAS orientiert sich an den aktuellsten Trends im Sektor der Ambulanz- und Sonderfahrzeuge: Adipöse Patienten, Transportkomfort und demographischer Wandel sind Bereiche, für die WAS Um- und Aufbaulösungen entwickelt.

Andreas Ploeger
Andreas Ploeger, Geschäftsführer
Ein Blick in die Produktionshalle
Ein Blick in die Produktionshalle

Mehr als zehn Millionen Rettungsfahrten und Krankentransporte kommen jährlich in Deutschland zusammen – und immer mehr Patienten sind stark übergewichtig. Normale Rettungswagen sind dafür ungeeignet: Die Liegen sind zu schmal und der Einstieg ist zu klein. Hier wird in Wietmarschen mitgedacht: Auf Volkswagen Crafter-Basis stellt WAS einen XXL-Rettungswagen her, der auf schwere Patienten ausgerichtet ist. Die um 270° schwenkbaren Heckflügeltüren und die bis 750kg belastbare Hubladebühne ermöglichen einen menschenwürdigen Transport.

Erschütterungsfrei zum Krankenhaus

Und das WAS-Team denkt noch weiter. Denn wenn ein Rettungswagen über eine Straße mit Pflastersteinen fährt, kann jede Erschütterung zur Qual für Patienten mit gebrochenem Bein oder entzündetem Blinddarm werden. In einem WAS-Rettungswagen ist das anders. Kernstück der Rettungsfahrzeuge aus Wietmarschen ist der hydraulisch gefederte Ambulanztisch: Nachdem die Fahrtrage an die Einzughilfe angeschlossen ist, wird der Patient erschütterungsfrei auf den Ambulanztisch gezogen. Der Tisch passt sich automatisch dem Gewicht des Patienten an und gleicht Bodenunebenheiten während der Fahrt aus. So wird der Patient nahezu erschütterungsfrei vom Unfallort zum Krankenhaus transportiert.

Die Arztpraxis auf Rädern

Auch gesellschaftliche Entwicklungen fließen in die Fahrzeugentwicklung ein. Zum Beispiel der demografische Wandel: Die ländliche Gegend entvölkert zunehmend, junge Menschen ziehen in die Städte, die Älteren bleiben zurück. Außerdem ist der Ärztemangel gerade im ländlichen Raum ein Problem. Daher hat WAS ein Konzept entwickelt, das die ärztliche Versorgung in strukturschwachen Regionen ermöglicht: Die rollende Praxis ist eine umfangreich ausgestattete Arztpraxis auf Rädern, in der Patienten ortsunabhängig behandelt werden.

Individuell und International.

Andreas Ploeger (Geschäftsführer) spricht über die Stärken der WAS.

Die WAS zeichnet sich durch zwei Stärken aus: Zum einen ist das mittelständische Unternehmen in der Lage, hochgradig individuelle Um- und Aufbaulösungen zu realisieren. Zum anderen hat sich die WAS im internationalen Markt als kompetenter Partner für innovative Rettungskonzepte etabliert.

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Stay and play.

Rettungskonzepte verändern sich kontinuierlich. Dies stellt Aufbauhersteller im Bereich der Ambulanzfahrzeuge vor die Herausforderung, zeitnah auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren.

ELW, Transporter
Einsatzleitwagen, Transporter

In den 70er- und 80er-Jahren wurde das Rettungskonzept in Deutschland grundlegend verändert: Bis zu diesem Zeitpunkt war es das Ziel, den Patienten unabhängig von seiner Erkrankung oder Verletzung so schnell wie möglich vom Einsatzort zum Krankenhaus zu bringen. Dieses Verfahren – auch als scoop and run bezeichnet – führte dazu, dass notwendige Hilfsmaßnahmen am Einsatzort ausblieben. Heute wird das Verfahren stay and play praktiziert: Erkrankungen und Verletzungen werden direkt am Unfallort analysiert. Anschließend wird der Patient stabilisiert und ins Zielkrankenhaus gebracht. Dieses Verfahren veränderte die Krankentransporttechnik tiefgreifend: Wo früher nur eine Liege verbaut wurde, muss heute ein ganzes Arsenal an Medizintechnik bereitstehen. WAS reagierte frühzeitig auf diese Entwicklung und zählt auch deshalb zu Europas führenden Herstellern von Ambulanz- und Sonderfahrzeugen.

Über Stock und Stein.

Gerade im schwer zugänglichen Gelände ist der Einsatz eines Rettungswagens ein Kraftakt. WAS hat in Zusammenarbeit mit Volkswagen Nutzfahrzeuge ein Fahrzeug entwickelt, das für solche Einsätze konzipiert ist.

WAS 4x4, Amarok
WAS 4x4, Amarok

Bad Tölz. In Oberbayern findet man malerische Landschaften, idyllische Wanderwege und anspruchsvolle Skipisten. Das macht diese Gegend zu einem beliebten Ausflugsziel für Skifahrer, Wanderer und Mountainbiker. Die Bergwacht Bad Tölz steht regelmäßig vor der Aufgabe, verunglückte Freizeitsportler aus unwegsamem Gelände zu retten. Die Bergwacht Bayern hat extra für solche Einsätze 25 Fahrzeuge von Typ WAS 4x4 bestellt: Eines dieser Fahrzeuge steht in Bad Tölz.

Das Rettungsfahrzeug auf Basis des Volkswagen Amarok ist gerade für schwer zugängliche Einsatzorte bestens geeignet: Durch die Kombination von 4Motion-Allradantrieb und einem speziellen Offroad-ABS kommt der WAS 4x4 an Einsatzorte, die für andere Ambulanzfahrzeuge unzugänglich sind. Das Besondere an diesem Wagen ist der Kofferaufbau: Er ist so konzipiert, dass Patienten bequem transportiert werden können. Durch eine entnehmbare Tragenlagerung kann der Innenraum des Amaroks auch zum Transport von Rettungsausrüstung verwendet werden. Diese Flexibilität macht den WAS 4x4 zum idealen Fahrzeug für Rettungseinsätze in schwierigem Gelände.

Erfahren Sie mehr über den Einsatz des WAS 4x4 in Bad Tölz.

Aus Wietmarschen in die Welt.

In Wietmarschen werden nicht nur Konzepte für den europäischen Markt entwickelt. WAS liefert Ambulanz- und Sonderfahrzeuge in die ganze Welt.

In Katar fährt man am Wochenende in die Wüste. Gerne wird dort mit dem Offroader über die Dünen geprescht. Dabei kommt es oft zu schweren Unfällen. Aber die Wüste mit ihrem sandigen und unwegsamen Gelände ist denkbar ungeeignet für den Einsatz normaler Rettungswagen. Hier ist der WAS 4x4 auf Amarok-Basis in seinem Element. Durch den 4Motion-Allradantrieb ist unwegsames Gelände kein Problem. Gleichzeitig ist er ein vollwertiger Rettungswagen. Diese Eigenschaften schätzt man nicht nur in Katar, auch in der Wüste Gobi (Mongolei) kommt der WAS 4x4 zum Einsatz.

Auch nach Ägypten hat WAS schon mehr als 3.000 Fahrzeuge geliefert. Die sogenannten Heißlandfahrzeuge sind speziell auf die Umweltbedingungen der Zielländer zugeschnitten. Aufgrund der Straßenverhältnisse und der starken Temperaturschwankungen in Ägypten werden verstärkte Fahrwerke und doppelt ausgelegte Klimaanlagen oder Heizsysteme eingebaut. Auf Wunsch werden medizinisch voll ausgestattete Fahrzeuge ausgeliefert: Vom Defibrillator bis zum Pflaster finden die Kunden alles am richtigen Platz. Durch diesen Service – der für alle WAS Fahrzeuge angeboten wird – ist das neue Fahrzeug unmittelbar einsatzbereit.

Gesundheit, Sicherheit und das Leben der Menschen ist WAS wichtig. Mit jeder neuen Entwicklung gestaltet das Unternehmen die Zukunft des Krankentransports und der Rettung. Entscheidend für den Erfolg ist das Bauchgefühl der Geschäftsleitung, die Trends erkennt und mit neuen Produkten bedient. Wichtig ist aber auch das technische Know-how der 350 Mitarbeiter, die täglich an den lebensrettenden Fahrzeugen arbeiten. Nur so ist es möglich, jährlich 1.500 Fahrzeuge herzustellen, in denen sehr individuelle Kundenwünsche berücksichtigt werden. Und das ist auch der Grund für den internationalen Erfolg von WAS.

Rettungswagen für den Einsatz in England
Rettungswagen für den Einsatz in England
PremiumPartner
WAS

Seit 1987 hat WAS seine Kompetenz in der Herstellung von Ambulanz- und Sonderfahrzeugen kontinuierlich weiterentwickelt.

WAS stellt an zwei Standorten in Wietmarschen Rettungs-, Krankentransport-, Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge her. Die Fahrzeuge erfüllen die höchsten Sicherheitsstandards, die auch in Crashtests überprüft werden. Durch die enge Zusammenarbeit von Geschäftsleitung, Ingenieuren, Vertrieblern und Handwerkern kann WAS hochflexibel auf Kundenwünsche eingehen und sie effektiv umsetzen. Kontinuität und Innovation machen WAS nicht nur in Europa zu einem gefragten Aufbauhersteller, die Fahrzeuge aus Wietmarschen fahren auch in Katar, Ägypten, der Mongolei, Ghana und vielen anderen Ländern.