Zwei Mitarbeiter bereiten den Umbau eines Transporter zum KTW vor.




Krankenwagen aus Schönebeck.
Schön. Sicher.
Individuell.

Wendemanöver.

"Für blühende Landschaften haben wir selbst gesorgt", sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Schwarz süffisant. 1991, nur acht Monate nach der Wende, wurde das Unternehmen Ambulanz Mobile mit sechs Mitarbeitern gegründet. Heute bauen in Schönebeck 272 Mitarbeiter modernste Krankentransportwagen.

Geschäftsführer Hans-Jürgen Schwarz vor Ambulanzfahrzeugen.
Geschäftsführer Hans-Jürgen Schwarz.
Die Geschichte der Firma ist eng mit der Wendezeit verbunden: Hans-Jürgen Schwarz und Alexander Richter waren Ingenieure in Schönebeck und bauten beim größten Landmaschinenhersteller der damaligen DDR Traktoren- und Dieselmotoren. Nach der Wende gründeten die beiden Maschinenbauer auf demselben Gelände mit viel Mut und Visionen das Unternehmen Ambulanz Mobile. "Zuerst haben wir Fahrzeuge für Menschen mit Behinderung gebaut, denn die gab es damals in Ostdeutschland nicht", erinnert sich Hans-Jürgen Schwarz. "Dann sind die Kunden auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir nicht auch Krankenwagen bauen können."
Schwarz erkannte das Potenzial in diesem Markt sofort. Er wollte aber einen Krankentransportwagen bauen, der sich stark von den Produkten der Konkurrenz abhebt. "Schönebecker Ambulanzfahrzeuge sind sicher und funktional, aber auch schön", stellt der Firmenchef überzeugt fest. Und sie fallen auf: Die integrierte Blaulichtanlage und das organische Design der Fahrzeuge haben einen hohen Wiedererkennungswert. Als ein Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückkam, berichtete er stolz: "Da bin ich in Südtirol und sehe eins von unseren Autos!" Solche Momente machen den Unternehmer glücklich, weil er merkt, dass seine Idee vom schönen Krankentransportwagen aufgeht.

Form follows function.

Uwe Thamm (Thamm Design) und Alexander Blamberg sind Designer bei Ambulanz Mobile. Sie treiben die ästhetische Weiterentwicklung der Krankentransportwagen in Schönebeck maßgeblich voran. In starker Zusammenarbeit mit den Ingenieuren entstehen so einzigartige Ambulanzfahrzeugkonzepte.

Das Interieur im Hornis Spaceline
Das geschwungene Interieur im Hornis Spaceline.

"Am Anfang ist der Kontakt zwischen mir und den Ingenieuren sehr intensiv, dann ziehe ich mich zurück und entwickle meine Ideen eigenständig", sagt Alexander Blamberg. Hans-Jürgen Schwarz gibt dem jungen Designer gerne viele Freiheiten: Er darf sein eigenes Werkzeug benutzen, hat kreativen Spielraum und bekommt genügend Zeit für die Entwicklung seiner Ideen.

Ein Portrait von Uwe Thamm
Uwe Thamm, Design.
Ein Portrait von Alexander Blamberg
Alexander Blamberg, Design.

Im Gegenzug hört die Arbeit dann auch nicht mit der Stechuhr auf: "Als Designer gehe ich mit einer Idee schwanger. Wenn mich das Produkt begeistert, dann kann ich das auch am Wochenende nicht abstellen."
Das Prinzip Form follows function gilt für den Designer nicht uneingeschränkt: "Auch Emotionen haben eine Funktion und eine schöne Form erzeugt positive Emotionen, deshalb darf der Nutzwert der Form nicht unterschätzt werden!" Die Patienten sollen sich im Krankenwagen wohl fühlen. Uwe Thamm fügt hinzu, dass für den Nutzer das Produkt funktional, ergonomisch und vorteilhaft sein soll: Die Krankentransportwagen aus Schönebeck zeichnen sich durch runde, geschwungene und ausdrucksvolle Formen aus. Für Hans-Jürgen Schwarz ist es wichtig Schönheit, Sicherheit und Funktion in einer Synthese zusammenzuführen. Mit diesem Ansatz orientiert sich der sächsisch-anhaltische Unternehmer am Apple-Gründer Steve Jobs.

Sicher und effizient.

Rettungsfahrzeuge sind häufig selbst an schweren Unfällen beteiligt. Deshalb müssen Ambulanzfahrzeuge hohe Sicherheitsstandards erfüllen. In einem Fahrzeug aus Schönebeck ist man auch im schlimmsten Fall sicher.

Die aerodynamischen Dachkonstruktionen werden vorberietet.
Die aerodynamischen Dachkonstruktionen aus Schönebeck.

"Sicherheit durch Innovation" ist das Motto der Ambulanz Mobile. In Schönebeck arbeitet man erfolgreich an besonders sicheren Rettungskonzepten: Für die Kunden ist es wichtig, ein Fahrzeug zu bekommen, das genauso hohe Sicherheitsanforderungen erfüllt wie ein PKW. "Deshalb wird bei unseren Crashtests die Norm überschritten. Die Tests werden mit 20 g durchgeführt und nicht nur mit 10 g, wie es die Norm vorschreibt", bemerkt Karsten Albrecht. Die Tests haben bewiesen, dass Patienten und Rettungspersonal in einem Fahrzeug der Ambulanz Mobile sicher unterwegs sind.
Entwicklungschef Maik Hempel ist maßgeblich an der Erarbeitung des Sicherheitskonzepts beteiligt, aber er betont auch die anderen Vorzüge der Fahrzeuge: "Im Punkt Aerodynamik sind wir Vorreiter. Durch eine Messung im Windkanal von Volkswagen Nutzfahrzeuge haben wir herausgefunden, dass die organische Form unserer Dachaufbauten auf 100 Kilometer bis zu 2,5 Liter Benzin einspart." Begeistert berichtet der Maschinenbauingenieur von der Weiterentwicklung der Fahrzeuge: "Wie beim PKW-Bau werden auch bei Krankentransportwagen Jahresversionen erstellt!" Aerodynamik, Sicherheit, Aussehen und Funktionalität werden so in Schönebeck kontinuierlich überprüft und verbessert.

Innovation als Grundbaustein.

Innovation, Design und Funktionalität sind wesentliche Bausteine der Schönebecker Firmen-Philosophie. Hans-Jürgen Schwarz erzählt wie es dazu kam und wie wichtig diese Alleinstellungsmerkmale bei Ambulanz Mobile Schönebeck auch heute noch sind. 

Individuell in Linienproduktion.

Der Kunde von Ambulanz Mobile wird zu einer ausführlichen Baubesprechung nach Schönebeck eingeladen. Zusammen mit den zuständigen Technikern werden dann alle Fragen geklärt und in einem Bauplan festgehalten. Von der Bestellung des Fahrzeugs bis zur Auslieferung vergehen in der Regel zwölf Wochen.

Die Linienproduktion in Schönebeck ist in fünf Takte eingeteilt: 

Vorbereitung Zuerst präparieren die Mitarbeiter die Transporter und Crafter von Volkswagen Nutzfahrzeuge so, dass der erste Takt beginnen kann.
Takt 1

Dann verkleben zwei Mitarbeiter tiefgezogene Plastikelemente im Innenraum. Beim Einsetzen der Elemente ist Tempo gefragt, weil die Klebemittel in einer bestimmten Zeit verarbeitet werden müssen.

Takt 2 Nun spritzt ein Mitarbeiter den Fußboden ein. Durch das Spritzverfahren wird gewährleistet, dass später keine Desinfektionsmittel in Ritzen eindringen können.
Takt 3 Jetzt kommen die Elektroniker zum Einsatz. Die Stromversorgung für die Medizintechnik und die Funkanlage wird eingebaut.
Takt 4 Danach werden die Beklebungen angebracht, die ganz unterschiedlich ausfallen können.
Takt 5 Im letzten Takt wird das Fahrzeug für die Kundenübergabe vorbereitet. Der Wagen wird auf Hochglanz poliert und auf Kundenwunsch mit Medizintechnik ausgestattet.

Jeder Takt dauert acht Stunden, sodass ein Fahrzeug in sechs Tagen fertig ist. Nun könnte der Eindruck entstehen, dass hier immer dieselben Arbeitsschritte durchgeführt werden, dem ist aber nicht so. Karsten Albrecht sagt: "Jedes Fahrzeug ist wie ein Prototyp, denn es gibt immer etwas, dass ein Kunde nur für sich haben möchte!" Und so hält der technische Geschäftsführer seine Mitarbeiter immer wieder dazu an, sich den Bauplan der Fahrzeuge genau durchzulesen, denn nur so kann ein individuelles, qualitatives und hochwertiges Ambulanzfahrzeug entstehen. 

Zur Homepage von Ambulanz Mobile

Soziale Verantwortung.

Wirtschaftlicher Erfolg und innovative Ambulanzfahrzeugkonzepte bestätigen den Kurs des Unternehmens. Darüber hinaus setzt sich die Firma und ihr Chef unentwegt für die Region Schönebeck ein.

"Wir leben soziale Verantwortung! Als Unternehmer ist es wichtig, die Löhne und Gehälter pünktlich zu zahlen. Es ist aber auch wichtig, die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, und das mache ich gerne über soziale Aktionen " sagt Hans-Jürgen Schwarz stolz. Er berichtet von einer Kindertagesstätte im näheren Umkreis, die geschlossen werden soll. Hier möchte der Firmenchef in die Bresche springen und überlegt, die KiTa als Träger zu übernehmen.

Außerdem bekommen die Schönebecker Judokas von Ambulanz Mobile an Wochenenden einen Transporter, damit sie ihre Wettkämpfe besuchen können. Das Unternehmen engagiert sich auch für den Jugendclub "Rainbow" der AWO in Schönebeck mit einer finanziellen Spende. Dieses Engagement versteht Hans-Jürgen Schwarz als eine Verpflichtung gegenüber der Region Schönebeck. Auch deshalb ist er gefragter Ansprechpartner für Politik und Wirtschaft.
Firmengebäude
Firmengebäude.
PremiumPartner
Ambulanz Mobile

Die bewegte Geschichte, das innovative Design, die hohen Sicherheitsstandards und der prozessoptimierte Produktionsprozess prägen das Profil der Firma Ambulanz Mobile. Als PremiumPartner von Volkswagen Nutzfahrzeuge erfüllt der Aufbauhersteller die höchsten Anforderungen.

In einem Jahr baut das Unternehmen circa 1.500 Fahrzeuge um. Die Produktpalette besteht aus Fahrzeugen für Menschen mit Behinderung sowie aus Fahrzeugen für den Medizinischen Transport & Rettungsdienste & Feuerwehren. Der Krankentransportwagen Hornis hat den Volkswagen Transporter als Basis und überzeugt durch sein ausladendes Raumangebot. Das Modell wird in zwei Varianten angeboten und kann individuell angepasst werden.